Wir hauen ab! Eine Familie unter Segeln
 
von Bernd Mansholt, Daniel Mansholt
Gebundene Ausgabe: 286 Seiten
Verlag: Delius Klasing
Auflage: 3 (2007)
 
Weltreise-mit-Kind Bewertung:
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Rezension von Gerald Fleischhacker und Tina Holzer  

Es ist schon sehr spannend für Menschen wie uns, die aus einem Land kommen das zuletzt in der Monarchie einen Zugang zum Meer hatte und in dem heute der Neusiedler- und der Bodensee die westlichste bzw. östlichste Grenze bilden, über ein Abenteuer zu lesen, das zwei Jahre lang nahezu nur auf dem Wasser der größten Weltmeere spielt.

Anfangs holpern die Erzählungen vielleicht ein wenig dahin und sind für Nichtsegler mit recht vielen Fachbegriffen durchsetzt, aber das Bild der Welteneroberer bildet sich von der ersten Minute an aus.

Fast jeder von uns hat ja, egal ob in einem Binnenland aufgewachsen, oder mit dem Meer auf Du und Du, so seine eigenen Vorstellungen von Freiheit und Idylle. Auf einem Schiff am Meer in den Sonnenuntergang zu schaukeln, vielleicht einen Drink in der Hand und entspannte Gedanken im Kopf, könnte da schon sehr nahe an die Idealvorstellung heranreichen.

Dass eine Reise um die Welt auf einem Segelschiff allerdings etwas ganz anderes ist, das zeigen uns die Mansholts in ihrem Buch „Wir hauen ab!“ Da geht es zwar auch um sehr viele romantische und fernwehfördernde Abenteuer, aber ebenso oft um spannende Segelmomente wie Stürme, Piratenangriffe und haushohe Wellen.

Chillige Südseeabenteuer in Ruhe und Gelassenheit sehen anders aus. Das mag im ersten Moment für viele verwunderlich sein. Denn dass Bernd und Daniel Mansholt einfach so an den schönsten Flecken der Erde vorbeihuschen und eigentlich gar nicht dort bleiben wollen ist schwierig zu verstehen.

Im Lauf des Buches können aber auch Tretbootfahrer und Ruderbootkapitäne zumindest erahnen, wie viel spannender und intensiver das Navigieren und das Hadern mit dem Wind sein kann als einfach nur die Füße in den Sand zu stecken und mit einem feinen Gin Tonic auf den gegrillten Lobster zu warten.

Besonders die Mischung aus tatsächlichen Blogeinträgen des Online-Reisetagebuches und reflektierten Nacherzählungen der Ereignisse macht den Reiz dieses Buches aus. Es schafft die Möglichkeit, wirklich hautnah dabei zu sein, wenn anfangs fünf, und später dann nur mehr zwei Familienmitglieder die große weite Welt erobern, und damit auch ihre eigene kleinere Welt ein Stück weit verändern.

„Wir hauen ab!“ hat unseren Entschluss eine Weltreise mit unserem Sohn zu machen bestärkt. Ebenso aber auch unsere Entscheidung, das ganze mit dem Flugzeug, dem Bus oder der Bahn zu bewältigen, und uns auch das eine oder andere nette Hotel zu gönnen.

An den schönsten Stränden der Welt würden wir uns aber definitiv freuen, Menschen wie die Mansholts zu treffen, mit ihnen unsere Abenteuer auszutauschen, und ihnen dann guten Mutes hinterherzuwinken, wenn sie mit geblähten Segeln wieder gen Sonnenuntergang segeln.

Fazit: Ein schönes Buch zum Fernweh schüren. Segeler haben es dabei wahrscheinlich ein wenig einfacher als Nichtsegler.

Weltreise-mit-Kind Bewertung:
Gesamt:
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