Weltreise mit Kind – Logbuch eines Sabbatjahres
 
von Susanne und Alexander Saade
Broschiert: 184 Seiten
Verlag: Traveldiary.de
Auflage: 1 (Oktober 2007)

 
Weltreise-mit-Kind Bewertung:
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Rezension von Marina Felder

Eine Route - vier Reisen.

Wenn vier Menschen gemeinsam eine Weltreise unternehmen, dann entspricht das am Ende vier Reisen. Denn was ein Reisender mit Begeisterung aufnimmt, empfinden die anderen nicht unbedingt gleich.

Susanne und Alexander Saade erleben das zusammen mit ihren Söhnen Jan, 8, und Felix, 5, immer wieder. Sie reisen während eines (Schul-)Jahres von Berlin nach Südafrika, Indien, Myanmar, Thailand, Neuseeland, Australien, Fiji und über Hawaii zurück nach Berlin. Während die Familie in Südafrika vorwiegend im Mietauto Nationalparks besucht, reist sie in Indien, Myanmar und Thailand mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder einheimischen Führern herum. In Neuseeland und Australien mieten die Saades, sehr zur Freude der Kinder, ein Wohnmobil. Fiji und Hawaii werden schließlich wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bereist.

Finanziell befinden sich die Saades in einer für Reisende vergleichsweise bequemen Position: Da sie das Reisejahr bereits länger im voraus geplant hatten, konnten sie es beim Arbeitgeber vertraglich als ebenfalls bezahltes Sabbatjahr regeln. Das Haus ist zudem untervermietet, das Auto verkauft.

In "Weltreise mit Kindern" erzählen Alexander und Susanne abwechselnd, was sie unterwegs erlebt und wie sie es empfunden haben. Gerade Indien wird dabei zu einem Prüfstein für das Ehepaar, klaffen doch die Erwartungen wie die Gefühle für dieses Land massiv auseinander. Dazwischen werden auch die Ansichten von Jan und Felix angesprochen, wobei da die Themen Schulunterricht, unbekanntes Essen und Heimweh dominieren.

Da die Jungs nur wenig Kontakt zu einheimischen Kindern finden, sehnen sie sich gelegentlich nach ihren Kameraden und dem gewohnten Spielzeug. Außerdem wird deutlich, dass der Schulunterricht besonders gegen Ende die Nerven aller Beteiligten strapaziert. Dennoch schaffen beide Jungs den Wiedereinstieg zu Hause problemlos.

Ungewöhnlich, aber hilfreich, ist, dass die Autoren auch viele Reibereien unterwegs offen antönen und beschreiben. Leider bleiben die Schilderungen jedoch etwas oberflächlich. So wäre ja gerade interessant zu erfahren, wie die Familie Konflikte lösen konnte. Dies wird dem Leser aber oft vorenthalten. Trotzdem ermutigt das Buch loszuziehen, auch wenn man sich nicht als perfekte und welterprobte Familie betrachtet.

Während der 170-seitige – stilistisch etwas an einen Schulaufsatz erinnernde – Reisebericht vorwiegend der Unterhaltung dient, finden reisewillige Leser im Anhang konkrete Tipps. Vor allem das Thema Finanzen wird sehr detailliert behandelt. Weitere Tipps betreffen Elektronik/Technik, die sind aber bereits überholt. Hingegen ist das Kapitel „wieder zu Hause“ besonders lesenswert, geht das Thema in anderen Berichten doch gelegentlich vergessen.

Empfehlung
„Weltreise mit Kindern“ empfiehlt sich für Leser, die gerne literarisch mitreisen und als Einstiegslektüre für reisewillige Familien. Eine Stärke des Buches ist, dass es psychologische Aspekte mit einbezieht, andererseits werden sich nicht alle Leser mit den Autoren identifizieren können.

Wer in der Reisevorbereitung bereits fortgeschritten ist, wird nur wenig von den praktischen Tipps profitieren. Außerdem beziehen sie sich auf die beschriebenen Rahmenbedingungen.

 

Weltreise-mit-Kind Bewertung:
Infogehalt / Aktualität:
Neuartigkeit:
Nutzwert für die Praxis:
Buchaufbau/ Struktur:
Stil/ Lesefreude:
Gesamt:
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