KAMBODSCHA
09.11.2004 bis 24.11.2004  |  09.11  Tagebuch 10.11  11.11  12.11  14.11  17.11  24.11  >>

Im Innern des Wat Phnom.

 
Transportvorbereitung.

 
Dreirad schleppt Zweirad ab.

 
Königspalast: Spiegelung im Pavillon Napoleons.

Phnom Penh [10.11.2004]
 
Unser Hotel sitzt direkt an einer der Hauptverkehrsstraßen Phnom Penhs, dem Monivong Boulevard. Gut oder schlecht? Schwärme von Motorradfahrern ziehen pausenlos in und aus der Stadt. Es hat den Eindruck, als würde die gesamte Stadtlogistik mittels motorisierter Zweiräder abgewickelt. Gastanks, Kisten, Gestänge, Riesenvasen, Holz, ganze Marktstände, Kokosnussstauden, Früchte - alles wird auf den "Motos" transportiert. Und natürlich auch Menschen. Zu dritt, viert oder fünft quetschen sie sich auf den Sitzbänken.

Wir spazieren zum Wat Phnom, einem buddhistischen Heiligtum, lokalisiert auf einem Hügel, der von Soldaten bewacht und Affen patrouilliert wird. Herrliche Ruhe von dem Stadtlärm macht sich breit, begleitet von Vogelgezwitscher, Glöckchenklängen und Weihrauch. Das Tempelinnere ist reich bemalt. Unzählige Buddha- und andere Heiligenfiguren in verschiedensten Größen nehmen mehr als die Hälfte des Raumes ein (Bild links).

Auf dem Weg zum Königspalast passieren wir viele einfache Kneipen, prall gefüllt mit Einheimischen, die alle auf einen kleinen Fernsehschirm starren. Heute ist nationale Khmer-Boxmeisterschaft. Khmer-Boxen ist eine Sport-Disziplin, die dem Thaiboxen sehr ähnelt. "Nur, dass sich eben die Khmer die Mütze einhauen", denke ich laienhaft.

Im Königspalast, bitteschön, da trägt jeder Besucher züchtig bedeckte Schultern. Annette muss ihren - für die Wächter saloppen - Tagesdress um ein kostenpflichtiges XXL T-Shirt aufschichten. Nicht nur, dass dies bei 34 Grad im Schatten einer Menschenrechtsverletzung gleichkommt, sondern schlimmer noch ist die Zerstörung des Gesamtkleidungskunstwerkes - neudeutsch Outfit. Nur schwerlich kann ich mich eines gehässigen Kommentars enthalten, trotzdem wird mir ein Fotografierverbot auferlegt.

Prachtvolle Gebäude rundherum: Der Thronsaal ist pompös, Fotografieren darf man hier nicht, schade, da könnte ich mir eine Menge Geschreibe sparen. Also: Inmitten des Thronsaals thront ein Thron.

Interessanter ist die Silberpagode, benannt nach den über 5.000 silbernen Fliesen, die den Boden bedecken. Noch mehr beeindruckt uns jedoch ein Smaragdbuddha, knappe 50 Zentimeter groß, und ein lebensgroßer Goldbuddha. Als ob das nicht genug wäre, besprenkeln noch über 2.000 Edelsteine den verschwenderischen Goldkleister. 

In einem der Höfe versteckt sich noch ein bemerkenswerter - aber etwas deplaziert wirkender - kleiner Pavillon aus dem Jahre 1876: Ein Geschenk von Napoleon III an den damaligen König (Bild links).

Darüber hinaus verteilen sich auf dem Areal eine Reihe weiterer kleinerer Gebäude und Tore, von denen manche nur während der Krönungszeremonie benutzt werden dürfen. Nach drei Stunden Besichtigung erklären wir das kulturelle Soll des Tages für erfüllt und gehen Essen.   

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Kamdodschas neuer König Norodom, ein Sohn des aus gesundheit- lichen Gründ- en abgedankten Ex-Königs Sihanouks, ist erst seit Oktober 2004 in Amt und Würden.

Die Krönungs- zeremonie dauerte sieben Tage. Ex-König Sihanouk gilt als schill- ernde Persön- lichkeit. So engagierte er sich neben seinen  Regierungs- geschäften als Drehbuchautor, Darsteller und Regisseur mehrerer Filme. Er rief das inter- nationale Filmfestival von Phnom Penh ins Leben und gewann -  aufgemerkt - in den beiden Jahren seines Bestehens jeweils den Großen Preis.

Für seine politischen Leistungen wurde ihm - nach meinem Kenntnisstand - kein Preis verliehen.