KAMBODSCHA

09.11.2004 bis 24.11.2004  |  09.11  10.11  11.11  12.11  Tagebuch 14.11  17.11  24.11  >>

Angkor Wat kurz vor Sonnenaufgang.

Die Dame vorn rechts ist Nonne und weiter unten näher zu betrachten.

La mystère sourire Khmer.

Eine Nonne im Tempelinnern des Bayon.

Ein einzelner Mönche auf der obersten Ebene des Tempels.
Siem Reap, Angkor Wat, Bayon
[14.11.2004]
 

Wir schälen uns um 4 Uhr 30 aus unseren Decken, schleppen uns zum Tuk Tuk, einem dreirädrigen Motortaxi, und lassen uns in den nächsten zwanzig Minuten wach rütteln. Vor Angkor Wat herrscht buntes Treiben, Staub und Blitzlichter: Wir sind nicht die Ersten.

Nachdem wir uns am Vortag ausgiebig Zeit genommen haben, den Tempel über die heiße und daher fast menschenleere Mittagszeit zu erkunden, wollen wir heute lediglich dem Schauspiel beiwohnen, wie die ersten Sonnenstrahlen den riesigen Tempel in Besitz nehmen werden.

Das Wetter meint es gut mit uns und gegen halb sechs gleiten die ersten Strahlen über die zentralen Haupttürme hinweg auf den davorliegenden Prozessions- Weg. Nur ein paar Minuten später ist das gesamte Gemäuer der größten sakralen Anlage der Welt in morgendliches Gelb getaucht. Wir verlassen Angkor Wat, um jetzt den Bayon Tempel im frischen Morgenlicht aufzusuchen und den Strömen von Besuchern auszuweichen, die noch in Angkor Wat herumstolpern.

Der Bayon Tempel ist bekannt für seine über 200 Gesichter des Lokesvara mit dem "mystère sourire Khmer", dem geheimnisvollen Lächeln der Khmer (Bild links). Warum die Steingesichter ihre Betrachter anlächeln, ist bis heute nicht ergründet. Genau 54 Türme mit Antlitzen erheben sich aus dem Steinpalast mit seinen langen Reliefgalerien und insgesamt drei Ebenen.

Bayon ist immer noch Rückzugs- und Pilgerstätte für buddhistische Mönche. Auch hier treffen wir auf Nonnen, die vor allem auf der obersten, der dritten, Ebene in kleinen Nischen Unterschlupf gefunden haben (Bild links) und Pilgern wie Besuchern liebevoll Räucherstäbchen anbieten.

Geheimnisvoller jedoch finden wir die unterste Ebene, die nur kaum besucht wird. Dunkel, feucht und leise ist es hier - bedingt durch die nur wenigen Zugänge von außen und durch die spärlichen Lichtstrahlen, die von den beiden oberen Ebenen nach hier unten durchdringen (Bild rechts). Plötzlich blitzen ein paar Fledermäuse lautlos an mir vorbei. Tagsüber nehmen sie gerne die dunklen und hohlen Türmen des Tempels in Beschlag und erschrecken bei Ortswechseln gerne Besucher, die sich hier unten verirren.

Wo Annette und ich noch locker auf-, über- und absteigen können, wird es für Amelie zu einer kraftraubenden Balanceübung. Ihre Eindrücke wechseln zwischen abenteuerlicher "klettergerüstartiger" Entdeckung und - wenn's zu finster wird - vorsichtiger Klammerung an uns. Wir statten sie mit einer Taschenlampe aus, mit der sie gleich ein paar dunkle Ecken auskundschaftet und muntere Schattenspiele veranstaltet.  

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Die meisten organisierten Touren starten zum Tagesanbruch mit Angkor Wat, um den Weg über den Bayon Tempel bis zu Ta Phrom fortzu- setzen. Es empfiehlt sich daher, die drei oben genannten Tempel gegenläufig zum Hauptbesucher- strom zu erkunden.

Viele Touristen ziehen sich über die stechend heiße Mittagszeit in ihre Hotels in das vier Kilometer entfernte Siem Reap zurück. Daher sind viele Anlagen zwischen 12 und 14 Uhr nur schwach besucht.


In den dunklen Gängen der untersten Tempelebene.

Eines der zahllosen Bas-Reliefs.